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DIE GESCHICHTE DER BOCHUMER SYMPHONIKER

Am 20. Mai 1919 gab das „Städtische Orchester Bochum” sein erstes öffentliches Konzert. Bereits der erste künstlerische Leiter, der erst 28-jährige Kapellmeister Rudolf Schulz-Dornburg, verschaffte dem Orchester mit avantgardistischen Programmen einen überregionalen Ruf. Komponisten wie Paul Hindemith, Ernst Krenek und Erwin Schulhoff führten mit dem Bochumer Orchester eigene Werke auf. Anton Webern bewarb sich sogar um den Posten des Generalmusikdirektors

Von 1926 bis 1938 leitete Leopold Reichwein das Orchester. Er war, wie auch sein Nachfolger Klaus Nettsträter (GMD von 1938 - 1944), überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus. 1944 wurde die Konzerttätigkeit für ein knappes Jahr vorübergehend eingestellt.
Anlässlich des 100. Jubiläums der Bochumer Symphoniker im Jahr 2019 haben das Orchester und sein Freundeskreis begonnen, die verbliebenen Quellen zu sichten, um diesen Zeitraum genauer zu beleuchten.

Bereits im Juni 1945 leitete Hermann Meißner den Neuaufbau des Städtischen Orchesters ein. Nach dem Ende der Gewaltherrschaft erklangen nun die „Klassiker der Moderne” wie Bartok und Strawinsky. Auch Paul Hindemith trat erneut als Gastdirigent auf.

Von 1956 an übernahm Franz-Paul Decker die Aufgaben des Generalmusikdirektors. Gastspielreisen - wie etwa 1958 zur Weltausstellung nach Brüssel - verschafften dem Orchester internationale Anerkennung. Bruno Maderna und René Leibowitz gaben in Bochum Konzerte.

Unter Yvon Baarspul (1964 bis 1970) wurde das Orchester auf 80 Musiker erweitert und erhielt seinen heutigen Namen: Bochumer Symphoniker. Othmar Mága gestaltete die siebziger Jahre mit engagiert modernen Konzertprogrammen. 1982 wurde Gabriel Chmura Generalmusikdirektor, 1988 gefolgt von Eberhard Kloke. In diesen Jahren erweiterte das Orchester sein Repertoire beständig und nahm an internationalen Festivals teil.

Zwischen 1994 und 2021 war der israelisch-amerikanische Dirigent Steven Sloane Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. In seiner Ära erlebte das Orchester einen Aufschwung, der sich nicht nur in Besucherzahlen, sondern auch in der zweimaligen Verleihung der begehrten Auszeichnung für „Das beste Konzertprogramm” durch den Deutschen Musikverleger-Verband zeigte (Saison 1996/1997 und 2004/2005). Zu seinen größten Errungenschaften gehört die Realisierung des 2016 eröffneten Konzertsaales Anneliese Brost Musikforum Ruhr, dessen Intendant er bis zu seinem Abschied war.

Mit Beginn der Spielzeit 2021/2022 ist Tung-Chieh Chuang Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des Anneliese Brost Musikforum Ruhr.