Der Wunsch nach Repräsentation und Glanz an den europäischen Höfen hat vor allem in der Zeit des Barock und der frühen Klassik zu einer Blüte der Kultur und rasanten Entwicklungen in der Kunst geführt. In der Musik entwickelte sich etwa die Symphonie zu einer der zentralen Gattungen. Unser Konzert zeichnet am Beispiel von Kompositionen, die an italienischen und spanischen Höfen entstand, ein lebendiges Bild dieser Entstehungsphase.
Den Auftakt bildet die Symphonie Nr. 4 D-Dur op. 18 von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn Johann Sebastian Bachs. Seine elegante, klare und melodienreiche Tonsprache gilt als wichtiger Wegbereiter der klassischen Symphonie. Mit Gaetano Brunettis Symphonie L.311 g-Moll folgt ein Werk voller dramatischer Spannung. Brunetti, der lange am spanischen Hof tätig war, verbindet hier leidenschaftliche Ausdruckskraft mit raffinierter orchestraler Gestaltung. Die Sinfonia XIV in Es-Dur von Niccolò Jommelli, auch als „Periodical Overture“ bekannt, führt in die Welt der Oper ein. Mit ihrer festlichen Anlage, kontrastreichen Themen und lebhaften Rhythmen spiegelt sie den engen Zusammenhang zwischen Opernouvertüre und früher Symphonik wider. Ein weiterer wichtiger Vertreter der frühen Symphonie ist Giovanni Battista Sammartini. Seine Sinfonia JC 62 A-Dur für Streicher zeigt eindrucksvoll jene klare Form, rhythmische Prägnanz und melodische Lebendigkeit, die die Entwicklung der klassischen Symphonie entscheidend geprägt haben. Den Abschluss des Programms bildet schließlich die Symphonie Nr. 26 c-Moll G 519 von Luigi Boccherini. Bekannt vor allem für seine Kammermusik, entfaltet Boccherini hier eine ausdrucksvolle, farbenreiche Orchesterwelt, die dramatische Intensität mit eleganter Linienführung verbindet.